Betriebsrat Vorsitzender stolpert über Facebook
Wie Spiegel Online berichtet, kostet den Betriebsrat Vorsitzenden der Frankfurter Rundschau ein Facebook Kommentar das Amt. Dort beschimpfte er seine Kollegen, die nicht an Streikmaßnahmen teilnehmen wollten als “Wichser” und “Abschaum”. In den aktuellen Tarifverhandlungen mit dem Verlag DuMont Schauberg verlangt der Arbeitgeber mehr Arbeit für weniger Geld. Auch Stellen sollen gestrichen werden. Rund 30 Prozent würde ein neuer Kollege künftig schlechter bezahlt werden. Als am 14. Mai gestreikt werden sollte, kam es zu der unbedachten Äußerung des (inzwischen zurückgetretenen) BR-Vorsitzenden. Der Nachfolger hierzu: “Das hat nur kurz dagestanden, aber das wird dann so schnell transportiert, das war nicht mehr zurückzuholen.” Die Konsequenz bringt er auf den Punkt: “Für mich ist Facebook ein rotes Tuch.” Arbeitnehmer sollte sich also gut überlegen, ob sie dieses Forum wirklich nutzen. Mit Datenschutz kann dann nicht mehr argumentiert werden, wenn Beleidigungen in die Öffentlichkeit geraten.
Verfasser: Fachanwalt für Arbeitsrecht Wolfgang Steen, Hamburg
